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03.05.2021 Sea-Watch 4 rettet auf zweiter Mission 455 Menschen

2 Tage. 6 Rettungen. 455 Gerettete. Das ist die Bilanz des zweiten Rettungseinsatzes der Sea-Watch 4. 
 
Schon kurz nach dem Eintreffen im Such- und Rettungsgebiet vor der libyschen Küste wurde die Sea-Watch am Abend des 29. April zu einem Seenotfall gerufen. Am nächsten Tag folgten drei weitere Seenotfälle und 250 weitere Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Schon jetzt bat die Crew der Sea-Watch 4 um einen sicheren Hafen, weder die italienischen noch die maltesischen Behörden kamen dieser Forderung jedoch nach. 
 
Trotz eines bereits gefüllten Decks und einer erschöpften Crew wurden am Samstag in zwei weiteren Rettungseinsätzen noch einmal 148 Menschen aus überfüllten Holzbooten gerettet. Eines der Boote trieb bereits seit 3 Tagen auf dem Meer, obwohl es sich in der maltesischen Such- und Rettungszone befand und die Koordinaten den Behörden bekannt waren. Noch bevor die Sea-Watch 4 einen sicheren Hafen zugewiesen bekam, musste eine der geretteten Personen aufgrund ihres kritischen medizinischen Zustandes von italienischen Behörden evakuiert werden. 
 
Am Montag, den 3. Mai kam dann endlich die erlösende Nachricht: Die Sea-Watch 4 hat Trapani auf Sizilien als sicheren Hafen zugewiesen bekommen. Inzwischen konnte alle Geretteten von Bord gehen und in ein spezielles Aufnahmezentrum gebracht werden. 
 
Unter den Geretteten befinden sich auch viele Minderjährige, Schwangere und Kinder. Viele sind von ihrer Zeit in Libyen schwer traumatisiert und berichten wie sie bereits mehrfach versuchten über das Mittelmeer zu fliehen und von der sogenannten Libyschen Küstenwache zurück geschleppt wurden. Auch die Crew der Sea-Watch 4 wurde während ihres Einsatzes Zeugin einer gewaltvollen Rückführung durch die sogenannte Libysche Küstenwache und musste beobachten, wie auf die Menschen auf dem Schlauchboot eingeschlagen wurde, bevor sie zurück nach Libyen geschleppt wurden. 
 
Wir sind sehr froh, dass unser zweites Bündnisschiff so viele Menschen in Sicherheit bringen konnte und danken allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz! 
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