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08.06.2020 Eine tolle Geschichte aus dem hohen Norden!

„MOIN und Gruß aus Norden in Ostfriesland“ waren die ersten Worte einer E-Mail, die uns wenige Tage nach der Gründung von United4Rescue im Dezember 2019 erreichten. Frau Herma Heyken vom Norder Bündnis schrieb, dass sie versuchen würden, 5000 Euro für den Kauf der Sea-Watch 4 zu sammeln. Doch niemand hatte mit der Hilfsbereitschaft der Einwohner*innen von Norden gerechnet! Anfang Mai endete die Spendenkampagne mit sagenhaften 26.344,74 €. Wir haben Frau Heyken gefragt, wie dieser Erfolg zusammenkam.

Liebe Frau Heyken, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen. Wer steckt eigentlich alles hinter dem „Norder Bündnis“?
Zum „Norder Bündnis“ gehören die Ludgeri-Kirchengemeinde, der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Norden, die SPD, die Grünen und die lokalen Vertreter von Sea-Eye und Sea-Watch. Wir haben uns zusammengefunden, als es darum ging, Unterschriften für das Projekt „Sicherer Hafen“ zu sammeln. Auch da waren wir erfolgreich: 1000 Unterschriften sorgten dafür, dass der Rat der Stadt Norden unsere kleine Stadt zum sicheren Hafen erklärt hat.

Wie habt ihr United4Rescue konkret unterstützt und wie war diese Unterstützung organisiert?
Wir haben am 5. Dezember 2019 eine Spendenkampagne gestartet unter dem Motto „Norden rettet“ und wollten 5.000 Euro an Spenden zusammen bekommen. 5.000 Euro deshalb, weil der Stadtrat in diesem Punkt unserem Antrag mit knapper Mehrheit nicht gefolgt ist. Wir hatten gefordert, dass die Stadt diese Summe spenden sollte. Fünf Monate nach dem Start der Spendenkampagne wurden jetzt exakt 26.344,74 Euro für das Rettungsschiff der Evangelischen Kirche in Deutschland überwiesen. Die Aktion hat bei uns viel Resonanz gefunden: Die lokalen Medien haben immer wieder ausführlich berichtet, über Whatsapp wurde ebenso Werbung gemacht, wie in den Gottesdiensten, außerdem gab es Benefizveranstaltungen. Das Ergebnis: Viele große und kleine Einzelspenden, dazu die Spenden von einzelnen Kirchengemeinden und die Kollekten in den Gottesdiensten, dazu Erlöse von speziellen Aktionen – das ist ein grandioses Ergebnis, mit dem wir nie gerechnet haben.

Was war dabei besonders spannend, was hat euch am meisten Freude gemacht?
Es hat Freude bereitet, das Ganze zu organisieren und es gab ein tolles Miteinander der sehr unterschiedlichen Personen. Politik und Kirche und gesellschaftliche Gruppen haben sich hinter das Projekt gestellt. Wir sind überwältigt von der Spendenbereitschaft der Menschen im Altkreis Norden. Und ja – der regelmäßige Blick auf das Spendenkonto – das war schon immer sehr erfreulich.

Wie geht es jetzt bei euch weiter?
Das Norder Bündnis bleibt bestehen. Gerade haben wir den Norder Stadtrat aufgefordert, zehn minderjährige Flüchtlinge nach Norden zu holen und die Aufnahmebereitschaft der Stadt Norden jetzt öffentlich zu unterstreichen. Anlass dazu war die Situation der 186 Menschen, die auf einer Fähre vor Palermo in Quarantäne ausharrten und einen Sicheren Hafen benötigten. Wir werden uns immer wieder zu Wort melden - das haben wir uns vorgenommen. 
Von links: Superintendent Dr, Helmut Kirschstein (Kirchenkreis Norden, Schirmherr), Burkhard Eggert (Flüchtlingshilfe Norden), Herma Heyken (Ludgeri-Kirchengemeinde Norden), Karin Joost (Grüne), Rainer Willmer (Sea Eye) und Dorothea van Gerpen (Grüne). Foto: Bodo Kiefer 
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