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01.04.2020 Die Coronakrise bremst auch unser Schiff

Vor fast genau einem Monat verließ die Sea-Watch 4 ihren ehemaligen Heimathafen Kiel mit dem Zielhafen Burriana in Spanien. Die Überfahrt verlief trotz rauen Wetters ohne Probleme und konnte von der Besatzung genutzt werden, um das Schiff kennenzulernen und sich auf die kommenden Einsätze vorzubereiten. In Spanien sollten in einer konzentrierten Werftphase noch notwendige Umbauten durchgeführt werden, um aus dem ehemaligen Forschungsschiff endgültig ein Rettungsschiff zu machen.

Schon zu Ostern sollte das Schiff im Einsatz sein; soweit der Plan. Doch leider hat die Corona-Krise auch Spanien fest im Griff. Das öffentliche Leben steht völlig still. Und auch die Arbeiten an Bord der Sea-Watch 4 müssen gezwungenermaßen daher bis auf Weiteres weitgehend pausieren. Rund die Hälfte der Freiwilligen ist mittlerweile abgereist, notwendige Baumaterialien sind derzeit nicht zu bekommen, weil die Geschäfte weitgehend geschlossen haben.

Alle verbliebenen Besatzungsmitglieder sind glücklicherweise gesund und hochmotiviert. Mit dem an Bord vorhandenem Baumaterial und Werkzeug arbeiten sie so gut es geht am Schiff weiter und bringen den Umbau im Rahmen der Möglichkeiten voran.

Wir bedauern dies sehr, aber sehen, wie alle Beteiligten in der schwierigen Situation ihr Bestes geben. Wir werden Sie weiterhin über alle Entwicklungen auf dem Laufenden halten und hoffen natürlich, dass das Schiff so bald wie möglich seine lebensrettende Arbeit aufnehmen kann.

Wie wichtig das ist, zeigt sich auch in diesen Wochen: Durch Corona-bedingte Auflagen und Bestimmungen war in den letzten Wochen kein einziges Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer im Einsatz. Das ist dramatisch, weil die Situation in Libyen unverändert ist.
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