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10.06.2021 Perspektivengespräch in der Hamburger Flussschifferkirche am 10. Juni 2021

Die Flüchtenden im Mittelmeer und das Schicksal der vielen Menschen, die auf der Flucht ertrinken, dürfen nicht vergessen werden. Dazu riefen am 10. Juni der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und der United4Rescue Vorstand Michael Schwickart auf. Unter dem Titel „Appell: Menschenrettung im Mittelmeer muss weitergehen“ diskutierten sie auf der Flussschifferkirche in Hamburg gemeinsam die aktuelle Situation und Auswege aus der europäischen Blockadepolitik.

Während weiter fast täglich Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer ertrinken, wird die zivile Seenotrettung immer noch kriminalisiert und am Retten gehindert. Erst vergangene Woche wurde zum wiederholten Mal eine Hafenstaatkontrolle missbraucht, um das Rettungsschiff SEA-EYE 4 unter fadenscheinigen Begründungen festzusetzen. Die SEA-EYE 4 ist das zweite Bündnisschiff von United4Rescue. Erst im Mai war es das erste Mal in den Einsatz gegangen und hatte 408 Menschen aus Seenot gerettet. Auch das erste Bündnisschiff von United4Rescue, die Sea-Watch 4, ist vor wenigen Wochen erneut von den italienischen Behörden festgesetzt worden und wird ebenfalls an der Rettung von Menschenleben gehindert.

Bedford-Strohm bringt es auf den Punkt: „Die Pandemie hat uns in Europa gezeigt, dass massive Krisen nur zu bewältigen sind, wenn Mitgefühl, Solidarität, kurz: Menschlichkeit mobilisiert werden kann. Das muss nun auch bei der Seenotrettung und Aufnahme der Geretteten in Europa möglich werden.“

Bedford-Strohm und United4Rescue rufen zu Unterstützung für die Seenotrettung auf

Während die zivile Seenotrettung blockiert und kriminalisiert wird und fast täglich Menschen im Mittelmeer ertrinken oder rechtswidrig nach Libyen zurückgebracht werden, ignorieren die Mitgliedstaaten der EU ihre Pflicht zur Seenotrettung und überlassen die Menschen einfach ihrem Schicksal. Dem sieht United4Rescue nicht tatenlos zu und sammelt deshalb weiterhin Spenden, um die zivile Seenotrettung dort zu unterstützen, wo akut Geld für Rettungseinsätze fehlt. Denn man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt. 

Michael Schwickart bekräftigt: „Mit jedem ertrinkenden Flüchtling gehen auch die europäischen Werte mit unter. Um dies deutlich zu machen und die Mitgliedstaaten der EU für ihr Versagen anzuklagen, hat PUK in der Kampagne für U4R die Hymne Europas im Mittelmeer untergehen lassen. Wir freuen uns über kreativen Rückenwind für unsere Rettungsschiffe, sie sind auf die Unterstützung der Menschen angewiesen.”

Rückenwind aus der Kreativwirtschaft – Kampagne „Drowned Requiem“ mit Auszeichnungen überhäuft
Den Rahmen der Veranstaltung bildete die Widmung des ADC-Kreativawards an Bedford-Strohm, der sich seit vielen Jahren für die zivile Seenotrettung einsetzt und einer der Initiatoren von United4Rescue war. Diese wichtige Auszeichnung der Kreativwirtschaft hatte die Agentur Philipp und Keuntje (PUK), eine fischerAppelt-Tochter, für die Kampagne „Drowned Requiem“ erhalten, die für und mit United4Rescue durchgeführt wurde. „Drowned Requiem“ wurde von Philipp und Keuntje honorarfrei in Zusammenarbeit mit den dänischen Performancekünstlern „Between Music“ realisiert. „Between Music“ spielten dafür die Europa-Hymne „Ode an die Freude“ als Requiem auf dem Grund des Mittelmeers – symbolisch für den Untergang der europäischen Werte und als Gedenken an die auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunkenen Menschen. Mit der Kampagne wurden Spendengelder gesammelt, die maßgeblich den Kauf und Umbau des Rettungsschiffes SEA-EYE 4 ermöglichten. Außerdem gab es eine Petition, die an die EU-Ratspräsidentin Ursula von der Leyen gerichtet wurde.

Zum Video der Kampagne "Drowned Requiem"

Die Widmung wurde Bedford-Strohm von Bernhard Fischer-Appelt, Gründer und CEO von fischerAppelt übergeben. Mit der Widmung soll der Ratsvorsitzende für sein persönliches und das Engagement der EKD für die zivile Seenotrettung gewürdigt werden. Fischer-Appelt macht deutlich: „Als Kommunikations-Agentur sind wir mitten im gesellschaftlichen Diskurs aktiv, Fragen verpflichtet und freuen uns, das Potenzial kreativer Ideen für eine gute Sache mobilisieren zu können. Die Rettung von Menschenleben vor dem Ertrinken im Mittelmeer ist ein dringendes Anliegen und unvermeidliche Aufgabe für uns alle.” Die Kreativbranche habe erkannt, dass es in diesen Zeiten um grundlegende Werte ginge. „Ein gutes Narrativ kann die Welt erneuern”, sagt Fischer-Appelt. Es sei auch bei schwierigen und kontroversen Fragen möglich und erforderlich, Menschen an der Lösung gesellschaftlicher Themen zu interessieren und zu beteiligen. fischerAppelt und Philipp und Keuntje haben sich für United4Rescue engagiert, um die Kraft der gemeinsamen Kultur und Identität Europas zu mobilisieren. 
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