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21.12.2020 Morten Poulsen über die Wahrung der Menschenrechte

Morten, du bist seit vielen Jahren Musiker. Wie war es für Dich, das Drowned Requiem unter Wasser zu spielen? 
Mit "Between Music" haben wir ja vorher schon Unterwasser-Konzerte gespielt, jedoch waren wir dabei in Wasser-Tanks. Diese Umgebung ist natürlich sehr viel kontrollierter Umgebung als das offene Meer. In drei Metern Tiefe auf dem Meeresgrund Musik zu spielen ist auf jeden Fall eine sehr intensive Erfahrung. Da ich mit offenen Augen und ohne Schutzbrille gespielt habe, konnte ich meine Percussions-Instrumente fast nicht sehen. 
 
Ihr spielt Beethovens "Ode an die Freude" als Requiem auf dem Meeresgrund. War für euch von Anfang an klar, dass es dabei um mehr geht als ein interessantes musikalisches Experiment?
Ja! Es ging uns von Anfang an um die Fokussierung der Menschenrechte, um einen Bewusstseinsprozess, der die Menschen über dieses intensive Stück an ihre Verantwortung erinnert. Wir waren bereits in der Menschenrechtsdiskussion engagiert, daher hat uns die Kombination aus Unterwassermusik und politischer Botschaft sofort angesprochen.
 
Wie wurde in ihrem Heimatland Dänemark auf die Kampagne reagiert?
Bisher haben wir sehr viel Unterstützung für diese Kampagne erhalten. Ich hoffe, dass die Diskussion über dieses wichtige Thema lebendig bleiben wird. Und sich auch in Taten widerspiegeln. Also, dass die Menschen wirklich spenden um Organisationen wie United4Rescue zu unterstützen und dass sie unseren Appell an Ursula von der Leyen unterstützen. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir uns nicht nur gegenseitig an die Einhaltung der Menschenrechte erinnern, sondern uns auch aktiv dafür einsetzen.
 
Ein Lippenbekenntnis zu den Menschenrechten reicht also nicht aus. 
Absolut nicht. Es geht um den konkreten Einsatz für die Menschenrechte. Das ist eine Verantwortung, an die wir uns immer wieder erinnern sollten. In der nordeuropäischen Hemisphäre passiert es leicht, dass wir die Probleme auf den Süden abwälzen und es zum Beispiel Griechenland und Italien überlassen, sich um die Flüchtlingssituation zu kümmern. In Nordeuropa neigen wir dazu, diese Probleme auf Abstand zu halten, aber die Flüchtlingssituation an der europäischen Grenze geht uns alle an. Wenn wir an die Menschenrechte glauben, dann müssen wir auch hinter ihnen stehen und Verantwortung übernehmen. 
 
Was genau bedeuten Menschenrechte für Euch?
Aus unserer Sicht sind die Menschenrechte etwas Grundlegendes. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Werte: Wir wollen mit unserer Musik eine Brücke zwischen den Menschen schlagen, eine Brücke zwischen Kunst, Wissenschaft und Politik. Menschenrechte gehen uns alle an, sie sind wichtig für unser individuelles Leben aber auch für unser Leben miteinander. Und sie verbinden die Menschen auf der Erde miteinander. Für mich sind die Menschenrechte eins der wichtigsten und schönsten Dinge auf die wir uns als Menschen geeinigt haben. Und deshalb sollte es einen grundlegenden Respekt für diese Rechte geben. Natürlich können wir wie am Beispiel der Flüchtlingspolitik diverse Diskussionen führen, es gibt ja die unterschiedlichsten Ansichten. Doch für mich ist es wesentlich, dass die Wahrung der Menschenrechte dabei niemals außer Acht gelassen wird. Denn die Menschen, die zu uns nach Europa fliehen, dass sind Individuen wie du und ich. Und wenn wir Menschen auf dem Mittelmeer ertrinken lassen, dann setzen wir die Menschenrechte für diese Menschen aus und lassen sie mit ihnen untergehen. 
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